Im ersten Versuch - Appleton krönt sich zum Sieger

Darren Appleton Gewinner der World Pool Masters 2009 Nick van den Berg (links) mit Gewinner Darren Appleton (rechts) (c) matchroompool.com

Darren Appleton gewinnt mit 4 : 8 gegen Nick van den Berg die mit 66.000$ dotierten PartyPoker.net World Pool Masters 2009. Nachdem Appleton beim Pool Sharks Shootout Duell (wir berichteten) große Probleme mit seinem Spiel hatte, konnte der amtierende 10-Ball Weltmeister bei den World Pool Masters zeigen, dass er zu den Besten gehört.

Allgemeine Infos

Spielart: Gespielt wird race to 8, der Gewinner breakt – 40 Sekunden shot clock für einen Stoß.
Dazu gibt es aber “spezielle” Break-Regeln: mindestens drei Bälle müssen über die Kopflinie laufen (der Spielball zählt dabei nicht), gefallene Bälle zählen (z.B. eine Kugel gelocht, somit müssen nur mehr zwei Bälle über die Kopflinie laufen).
Eine beim Break versenkte 9 zählt nur dann, wenn mindestes zwei Bälle über die Kopflinie gelaufen sind.

Titelverteidiger bereits in erste Runde ausgeschieden, einzige Frau muss sich geschlagen geben.

van den Berg vs. Pagulayan van den Berg vs. Pagulayan (c) pro9.co.uk

Nick van den Berg eliminiert Alex Pagulayan. Bereits in der ersten Runde konnte Alex Pagulayan seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Der frisch amtierende Europameister, Nick van den Berg, konnte mit einer überragenden Leistung die meisten Gelegenheiten ausnutzen und überragend das Spiel für sich entscheiden.

Bereits bei den ersten beiden Spielen konnte van den Berg den Tisch komplett abräumen. Im dritten Spiel verschoss er einen einfachen Ball, Pagulayan nutze diese Chance und konnte das Rack mit einer 3-9 Kombination ausmachen.
Im vierten Rack spielte Pagulayan ein Safe auf den Dreier-Ball, van den Berg konnte sich daraus perfekt befreien und sogar das Rack gewinnen.
Die nächsten drei Racks wurden für Pagulayan etwas eintönig den van den Berg konnte seine Führung auf 6 : 1 ausbauen. Durch einen Fehler von van den Berg konnte Pagulayan eine Gelegenheit nutzten und auf 6 : 2 verkürzen.

Der Philippe kam im neunten Rack zum Anstoß, bereit das Blatt noch zu wenden. Doch sein Break entgleiste komplett. So schaffte er es nicht, drei Bälle über die Kopflinie zu spielen und musste den Tisch verlassen – hinterließ aber ein schwieriges Bild. Beide Spieler kamen mehrmals an den Tisch aber am Ende konnte der Holländer auch dieses Rack für sich entscheiden. Auch das letzte Rack konnte van den Berg gewinnen und zog mit einem 8 : 2 in das Viertelfinale ein.

Nick van den Berg über sein Spiel:

“I played good and have felt good in the last few weeks. I kept up my performance from the European Championships and was delighted with the win. […] I figured out the break very quickly and that’s one of the strongest parts of my game.”

Überzeugende Darbietung von Archer. Am selben Tag zog auch (die Legende) Johnny Archer in das Viertelfinale ein und das mit einem beeindruckenden 8 : 2 gegen Imran Majid, dass sehr zur Freude der Zuschauer.
Für Majid war es eher ein sehr passives Spiel, Archer konnte über die gesamte Distanz das Spiel dominieren.

Johnny Archer über sein Spiel:

“That was a good performance and I was very happy with the way I played. I made some good shots and a couple of racks were pretty easy but there was consistency which has been lacking so maybe I’m on my way back.”

Yu Ram Cha muss sich geschlagen geben.
Die einzige Frau (wir berichteten) im Spielerfeld unterlag Shane Van Boening mit einem 2 : 8.

Yu Ram Cha über ihr Spiel:

“I wasn’t really nervous playing a woman as you have to just treat everyone as your opponent and just play your own game. I played alright but the table was a little confusing as it slides a lot and you can’t control the cue ball but once I work it out I will be ok.”

Drago, Souquet und Appleton steigern ihre Leistung.

Tony Drago (c) Pro9.co.uk Tony Drago (c) Pro9.co.uk

Tony Drago, Sieger der Masters 2003 in Holland, bezwang den Holländer Niels Feijen mit 8 : 3. Drago litt noch etwas unter dem Jetlag doch nutze er jeden von Feijens Fehler eiskalt aus. Die vielen – für Feijen sehr untypischen – Eigenfehler und eine sehr unglückliche Entscheidung der Schiedsrichterin Michaela Tabb – sie entschied bei einem korrekten Break Feijens auf Foul – erstickten jedes aufkeimende Spiel von Niels im Keim.

Tony Drago und Niels Feijen kennen sich schon lange Zeit – Drago kann sich jedoch auch nach so langer Bekanntschaft an kein Spiel Feijens erinnern in dem er so viele unprovozierte Fehler machte.

Tony Drago: “It was good for me but very bad for Niels. I’ve known him a long time and don’t remember him making that many mistakes for which reason I don’t know.”

Im zweiten Match dieses Nachmittags trafen Ralf Souquet und der junge Russe Ruslan Chinakhov aufeinander. Der 40-jährige Souquet, der die Masters bereits fünf mal gewinnen konnte, stand einem sichtlich nervösen 17-jährigen gegenüber – ein ungleicher Kampf. Chinakhov – der bei der EM in St. Johann den zweiten Platz erreichte – wurde das erste Opfer von Souquets meisterhaften Spiel. Dem Russen war es nur vergönnt das dritte Rack für sich zu entscheiden und verlor am Ende gegen den Deutschen mit 8 : 1.

Souquet war recht zufrieden mit seiner Leistung vor allem da er sich nur wenige Fehler leistete.

“It probably looked better than I felt but generally I was quite happy with my performance. If on the outside it looks good to most people then I’m happy.”
“I didn’t make many mistakes but it seemed like I had quite a hard time finding my rhythm. A win is a win and obviously happy with that but was 80 per cent happy with my performance.”

Im letzten Match des Tages traf der amtierende 10-Ball Champion Darren Appleton auf den Inder Raj Hundal. Hundal legte einen großartigen Start hin und ging mit 3 : 0 in Führung doch rechnete er nicht mit dem Kampfgeist und dem überragenden Spiel des Darren Appleton. Mit einer Serie von sagenhaften 8 Rack in Folge pulverisierte Appleton den Inder Hundal der bei dem Match beinahe auf die Zuschauerränge degradiert wurde.

Appleton fand auch schnell den Grund für seinen verspäteten Start – das Pool Sharks Shootout bei dem der Engländer erst kürzlich 20.000$ verlor, kostete ihn neben der nicht unwesentlichen Geldsumme auch einiges an Selbstvertrauen.

“My confidence was low coming into this as I played and lost a money match against Dennis Hatch and it was the worst pool I’ve played in my life.”
“It’s always difficult to play a really good friend like Raj and I’d give myself seven and a half or eight out of ten. I didn’t miss many balls, controlled the table and had a bunch of rolls.”

Van den Berg erreicht als Erster das Semifinale

Shane Van Boening (c) Pro9.co.uk Shane Van Boening (c) Pro9.co.uk

Das Match war in den ersten 10 Racks von einem ständigen Auf und Ab geprägt – erst beim Stand von 5 : 5 konnte Van den Berg für Abstand sorgen und die Partie für sich entscheiden. Der Schlüsselmoment zum Sieg war ein Foulbreak von Archer das den Holländer wieder an den Tisch brachte – mit 5 Racks in Serie machte er den Sack zu und zog als Erster in das Semifinale ein.

Der Holländer gibt sich sehr kritisch zu seinem Spiel.

“I’m delighted I won this match but it wasn’t that good a match. I was up 3-1 and had a couple of chances to do more but I didn’t. He kept scratching on the break so I got my chances. The crucial point was when he scratched at 4-4.”

Gespannt ist er auch schon auf seinen nächsten Gegner Shane Van Boening gegen den er noch nie spielte.

“At 7-5 I got lucky with that 9-ball but sometimes you need some luck to win. I now play Tony Drago, who I know very well, or Shane Van Boening and I’ve never played him before.”

Shane Van Boening vs. Tony Drago. Van Boening verhinderte mit einem 8 : 5 gegen Tony Drago ein reines europäisches Halbfinale. Bis zum 5 : 6 für Van Boening konnte Drago noch mithalten, doch konnte der Amerikaner die letzten beiden Racks noch für sich entscheiden.

Darren Appleton vs. Ralf Souquet. Der fünffache Gewinner der World Pool Masters, Ralf Souquet, muss sich Darren Appleton geschlagen geben. Nach einem Kopf-an-Kopf rennen konnte Appleton mit einen sehr knappen 8 : 7 in das Viertelfinale einziehen.

Darren Appleton über seinen Sieg:

“This is one of my biggest wins of my career. After beating Wu Chia-ching in the 10-ball final this is my second biggest scalp at world level.”

Das Finale – It’s unbelievable to win the World Pool Masters

Darren Appleton (c) Pro9.co.uk Darren Appleton (c) Pro9.co.uk

Darren Appleton – der amtierende World 10 Ball Champion – sicherte sich mit einem 8 – 4 Sieg über Nick van den Berg den Titel bei den Masters.

Neben dem Titel und einem prachtvollen Pokal freut sich der Engländer über den Siegercheck in der Höhe von 20.000$ – Van den Berg muß sich mit der Hälfte zufrieden geben.

“It’s unbelievable to win the World Pool Masters.” kommentierte Appleton trocken seinen Sieg.

Der Engländer hat sein Ziel erreicht.

“It has been my goal to win a Matchroom event and to win this is like winning another world title.”

Der Sieg gibt ihm viel Selbstvertrauen. Er hofft sich gut präsentiert zu haben und mit dem Sieg ein Ticket für den Mosconi Cup ergattert zu haben.

“This gives me a lot more belief that I can go on and keep winning titles. My target has been to get in the Mosconi Cup and winning this puts me in the mix. It is every pool players dream to play in the Mosconi Cup.”

Endergebnis

1. Darren Appleton (GBR) – $20.000
2. Nick Van Den Berg (NLD) – $10.000
3. Mika Immonen (FIN) – $5.000
3. Shane Van Boening (USA) – $5.000
5. Johnny Archer (USA) – $2.500
5. Ralf Souquet (GER) – $2.500
5. Tony Drago (MLT) – $2.500
5. Dennis Orcollo (PHL) – $2.500

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