Spannung bis zur letzten Sekunde
Auch am letzten Tag der EM konnten die Österreicher großartige Erfolge für sich verbuchen.
Jasmin Ouschan setzte ihre Erfolgsserie auch im 9-Ball Bewerb fort.
Nach einem ungefährdeten Einzug in die Phase der besten 16 besiegte Ouschan Handan Karadag (7 : 0), Tamara Rademakers (7 : 3) und Christine Feldmann (7 : 3) um im Finale die Tschechin Veronika Hubrtova mit 7 : 0 schier vom Tisch zu fegen.
Leider schaffte Jassy den ersehnten Hattrick nicht – von Unzufriedenheit konnte aber keine Rede sein:
Jasmin Ouschan:
“Ich kann auch mit zwei Goldenen gut leben.”
“Das 9-Ball-Finale zu gewinnen war mein größter Wunsch – Ich bin überglücklich.”
Mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille krönt sich die Kärntnerin zur erfolgreichsten Athletin der EM.
Ergebnisse der Damen
Jasmin Ouschan (c) EPBF
Viertelfinale:
- Bijnen, Estelle (NED) 1 – 7 Hofstätter, Gerda (AUT)
- Hubrtova, Veronika (CZE) 7 – 6 Kibaroglu, Eylul (TUR)
- Feldmann, Christine (CHE) 7 – 3 Naverschnig, Sabrina (AUT)
- Rademakers, Tamara (NED) 3 – 7 Ouschan, Jasmin (AUT)
Semifinale:
- Hofstätter, Gerda (AUT) 6 – 7 Hubrtova, Veronika (CZE)
- Feldmann, Christine (CHE) 3 – 7 Ouschan, Jasmin (AUT)
Finale:
- Hubrtova, Veronika (CZE) 0 – 7 Ouschan, Jasmin (AUT)
Endergebnis
1. Jasmin Ouschan (AUT)
2. Veronika Hubrtova (CZE)
3. Gerda Hofstätter (AUT)
3. Christine Feldmann (CHE)
Die Newcomer starten durch!
Nick van-den-Berg (c) EPBF
Der Bewerb der Herren war von Überraschungen geprägt – Große Namen wie Ralf Souquet, Oliver Ortmann, Darron Appleton sucht man vergbelich in der Medaillenliste des 9-Ball Bewerbs der Herren. Einzig der Titelverteidiger Marcus Chamat schaffte mit seinem dritten Platz eine Medaille.
Junge “Nobodies” wie Mario He und Ruslan Chinahov erkoren sich zum Gesprächsthema des Tages.
Erst der spätere Europameister konnte Mario stoppen – Der erst 15-jährige Mario He bewies in diesem Jahr bereits mehrmals seine Klasse mit Topplatzierungen bei den Bunny Open und der Euro Tour in Paris doch mit der Bronzemedaille hatten wohl auch die größten Optimisten nicht gerechnet.
Bei seiner ersten EM-Teilnahme in der Klasse der Herren schwang sich Mario nun in ungeahnte Höhen. Er besiegte unter anderem Vegar Kristiansen, Mateusz Sniegocki und Kasper Thygesen und belohnte sich am Abend dieses Tages selber mit Bronze.
Ein weiterer Spieler der “Jungen Garde” sorgte in Sankt Johann für Aufregung – der 17-jährige Russe Ruslan Chinahov eliminierte Billardgrößen wie Niels Feijen und Marcus Chamat.
Gegen Nick van den Berg war an diesem Samstag jedoch kein Kraut gewachsen – der Holländer, der zum ersten Mal Europameister wurde, schrie nach seiner letzten Kugel seine ganze Anspannung aus sich heraus, sprang vor Freude auf den Tisch und reckte die Arme in die Höhe.
Mit 9 : 8 hatte er Ruslan gerade noch einmal auf Distanz halten können. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen stand die Partie zu jeder Zeit auf der Kippe. Hätte van den Berg nicht zwei sensationelle Bälle im alles entscheidenden Match ausgepackt, er hätte das Finale verloren und den jungen Russen zum Europameister gekürt.
Ergebnisse der Herren
Viertelfinale:
- Chamat, Marcus (SWE) 9 – 7 Specchia, Sascha (CHE)
- Chinahov, Ruslan (RUS) 9 – 5 Feijen, Niels (NED)
- Cohen, Stephan (FRA) 2 – 9 van-den-Berg, Nick (NED)
- He, Mario (AUT) 9 – 5 Kristiansen, Vegar (NOR)
Semifinale:
- Chamat, Marcus (SWE) 3 – 9 Chinahov, Ruslan (RUS)
- van-den-Berg, Nick (NED) 9 – 6 He, Mario (AUT)
Finale:
- Chinahov, Ruslan (RUS) 8 – 9 van-den-Berg, Nick (NED)
Endergebnis
1. Nick van den Berg (NED)
2. Ruslan Chinahov (RUS)
3. Mario He (AUT)
3. Marcus Chamat (SWE)
Jouni Tahti ist das Maß aller Dinge
Jouni Tahti (c) EPBF
Jouni Tahti spielte im Bewerb der Rollstuhlfahrer auf höchstem Niveau – mit Siegen gegen Joachim Schuler (7 : 0), Roy Kimberley (7 : 3), Tony Southern (7 : 3) und Fred Dinsmore (7 : 5) zog er nahezu ungefährdet ins Finale ein.
Roy Kimberley trat im Finale an, den Lauf des Finnen zu brechen und sich für die Niederlage in der Winners Round 1 zu revanchieren. Er konnte sogar mit 5 : 1 in Führung gehen bevor Jouni den Turbo zündete und mit 7 : 6 das Match für sich entschied.
Ergebnisse der Rollstuhlfahrer
Semifinale:
- Tahti, Jouni (FIN) 7 – 5 Dinsmore, Fred (IRL)
- Read, Karl (GBR) 2 – 7 Kimberley, Roy (GBR)
Finale:
- Tahti, Jouni (FIN) 7 – 6 Kimberley, Roy (GBR)
Endergebnis
1. Jouni Tahti (FIN)
2. Roy Kimberley (GBR)
3. Karl Read (GBR)
3. Fred Dinsmore (IRL)
Medaillenspiegel
Die Sieger der 9-Ball Bewerbe: vlnr Nick van-den-Berg, Jasmin Ouschan und Jouni Tahti (c) EPBF
| 1. Österreich | 3 | 1 | 3 |
| 2. Finnland | 2 | - | - |
| 3. Deutschland | 1 | 1 | 3 |
| 4. Niederlande | 1 | 1 | - |
| 5. Schweiz | 1 | - | 2 |
| 6. Großbritannien | - | 2 | 3 |
| 7. Tschechien | - | 1 | 1 |
| 8. Griechenland | - | 1 | - |
| 9. Russland | - | 1 | - |
| 10. Irland | - | - | 2 |
| 11. Schweden | - | - | 2 |


